{"id":3769,"date":"2021-04-12T09:49:32","date_gmt":"2021-04-12T07:49:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.derweinblog.at\/?p=3769"},"modified":"2021-04-22T16:23:25","modified_gmt":"2021-04-22T14:23:25","slug":"nachhaltiger_weinbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/nachhaltiger_weinbau\/","title":{"rendered":"Nachhaltiger Weinbau &#8211; F\u00fcr gute Weine und eine bessere Welt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_3764\" style=\"width: 860px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3764\" class=\"size-full wp-image-3764\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/LaJasse_Spring.jpg\" alt=\"Weichselbl\u00fcte im Weingarten Montlobre.\" width=\"850\" height=\"567\" \/><p id=\"caption-attachment-3764\" class=\"wp-caption-text\">Zu Fr\u00fchlingsbeginn bl\u00fcht es an allen Ecken und Enden in den Weing\u00e4rten der Domaine Montlobre.\u00a0\u00a9BLB Vignobles<\/p><\/div>\n<p><strong>Wenn aktuell nicht gerade Covid-19 unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Politik bestimmen w\u00fcrde, dann w\u00e4ren es wohl nach wie vor die Themen &#8222;Nachhaltigkeit, Umweltschutz und der sorgf\u00e4ltige Umgang mit unseren nat\u00fcrlichen Ressourcen&#8220;, die uns besonders besch\u00e4ftigen w\u00fcrden. Nat\u00fcrlich auch dann, wenn es um Wein geht. F\u00fcr viele Weinbauern stehen Umweltschutz und Nachhaltigkeit aber nicht erst seit Greta und den Zukunftsfreitagen im Fokus. Da Wein ein Naturprodukt ist, setzen sie sich schon seit einigen Jahren mit diesen Themen auseinander und versuchen, neue Strategien und Ideen zu finden, um immer noch bessere Weine zu kreieren und dabei die Natur im Fokus zu behalten. Wir wollen diesem Thema deshalb heute hier etwas Raum geben und mit Damien Michel von der Domaine Montlobre einen zu Wort kommen lassen, der schon viele Konzepte und Ideen in diese Richtung umgesetzt hat.<\/strong><\/p>\n<h4>Nachhaltigkeit &#8211; mehr als Rohstoffschonung<\/h4>\n<p>Nachhaltigkeit, Umweltschutz und soziale Verantwortung &#8211; Vor Corona haben diese gro\u00dfen und bedeutsamen Zukunftsthemen viele Unternehmen, Privatmenschen und Organisationen besch\u00e4ftigt. Und auch die Politik war schon &#8211; zwar nur in sehr kleinen Schritten &#8211; aber dennoch auf einem guten Weg.\u00a0 Auch wenn es nach einer Erfindung des 21. Jahrhundert klingt, ist das Prinzip der Nachhaltigkeit viel \u00e4lter und geht bereits auf das Jahr 1713 zur\u00fcck. In diesem Jahr hat es der kurf\u00fcrstlich-s\u00e4chsische Kammer- und Bergrat Hans Carl von Carlowitz schriftlich festgehalten. Wiederaufgenommen wurde der Begriff dann im 20. Jahrhundert vom deutschen Philosophen Konrad Ott, der ihn so versteht: &#8222;Regenerierbare lebende Ressourcen d\u00fcrfen nur in dem Ma\u00df genutzt werden, wie Best\u00e4nde nat\u00fcrlich nachwachsen.&#8220; Dieser Ansatz wurde vor allem zun\u00e4chst auf die Forstwirtschaft angewendet, damit nur so viele B\u00e4ume geschlagen werden, wie immer wieder nachwachsen. Schlie\u00dflich haben die Vereinten Nationen in den 1980er Jahren das Prinzip aufgenommen und um alle Bereiche, in denen es um Rohstoffe und Energievorr\u00e4te der Welt geht, erweitert. Leider vergingen wieder viel zu viele Jahre, bis man aus diesem Prinzip gesellschaftspolitische Ziele entwickelte, festgehalten 2015 in der <a href=\"https:\/\/www.bundeskanzleramt.gv.at\/themen\/nachhaltige-entwicklung-agenda-2030.html\">Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit &#8222;17 Zielen f\u00fcr nachhaltige Entwicklung&#8220;<\/a>.\u00a0 Innerhalb der L\u00e4nder der Vereinten Nationen haben sich schon viele Unternehmen und Institutionen diesen 17 Zielen verpflichtet. Die davon angesto\u00dfenen Projekte werden von der Wissenschaft und Forschung begleitet, was bisher schon zu zahlreichen erfolgreichen Kooperationen gef\u00fchrt hat. Die gesetzte Laufzeit von 15 Jahren zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf \u00f6konomischer, sozialer sowie \u00f6kologischer Ebene weltweit zeigt allerdings erneut, dass gut Ding oft Weile braucht und man kann nur hoffen, dass es noch nicht zu sp\u00e4t daf\u00fcr ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_3765\" style=\"width: 860px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3765\" class=\"size-full wp-image-3765\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Vendanges32.jpg\" alt=\"Eine Person h\u00e4lt Trauben in der Hand.\" width=\"850\" height=\"567\" \/><p id=\"caption-attachment-3765\" class=\"wp-caption-text\">Wer nachhaltige Ideen s\u00e4t, wird gesunde und herrlich schmackhafte Trauben ernten. Eines der Erfolgsrezepte der Domaine Montlobre.\u00a0\u00a9BLB Vignobles<\/p><\/div>\n<h4>Nachhaltiger Weinbau &#8211; Verantwortung f\u00fcr Natur und Mitarbeiter<\/h4>\n<p>Auch beim nachhaltigen Weinbau handelt es sich keineswegs um eine neumodische Erfindung gem\u00e4\u00df des aktuellen Zeitgeistes. Manche Winzer haben bereits vor 20 Jahren und mehr begonnen, ihre Weing\u00fcter und Domaines auf nachhaltigen Weinbau umzustellen. Es handelt sich meist um Prozesse, die, einmal angesto\u00dfen, nie enden, weil man immer wieder Ideen und Vorstellungen hat, die man umsetzen will. Den meisten Winzern, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben, geht es dabei aber nicht zwingend darum, das Rad neu zu erfinden und alles neu zu machen. Viel mehr ist es das Ziel, das Bestehende mit Respekt zu behandeln und sich wieder auf seine Wurzeln zu besinnen. R\u00fcckkehr zum Urspr\u00fcnglichen ist also angesagt. Das betrifft vor allem die Arbeit und das Zusammenspiel der Winzer und \u00d6nologen mit der Natur, aber auch so manchen Entstehungs-, Verarbeitungs- und Verpackungsprozess. Man beschreitet sozusagen einen nachhaltigen Weg vom Weinberg in den Keller \u00fcber die Lieferung bis in den Verkauf. So verringert man im Weinberg zum Beispiel den Einsatz von Maschinen und setzt vermehrt auf Manpower. Pflanzenschutz l\u00e4uft auf Naturbasis und f\u00fcr die so genannte Biodiversit\u00e4t bringt man wieder eine Vielzahl heimischer Pflanzensorten in die Weing\u00e4rten, die eine ebenso artenreiche Fauna mit sich bringen. Im Keller bauen viele auf das nachhaltige Prinzip der Schwerkraft und auch hinsichtlich Verpackung und Auslieferung gibt es nachhaltige Ideen, die den CO2-Fussabruck reduzieren.\u00a0F\u00fcr manchen Winzer umfasst das Thema &#8222;Nachhaltigkeit&#8220; aber nicht nur Aspekte der Ressourcenschonung und des Umweltschutzes. Soziale Verantwortung gegen\u00fcber der Gesellschaft und vor allem den Mitarbeitern und Arbeitskollegen ist ein Leitgedanke, den bereits einige Winzer und \u00d6nologen umgesetzt haben. Einer davon ist ein langj\u00e4hriger Gottardi-Wegbegleiter: Montlobres Kellermeister Damien Michel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_3756\" style=\"width: 860px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3756\" class=\"size-full wp-image-3756\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Damien_Vigne3.jpg\" alt=\"Kellermeister und \u00d6nologe Damien Michel im Weingarten.\" width=\"850\" height=\"567\" \/><p id=\"caption-attachment-3756\" class=\"wp-caption-text\">Sorgt sich immer um seine Reben, seine Weing\u00e4rten und nat\u00fcrlich sein Team: Weinkreateur und Kellermeister der Domaine Montlobre, Damien Michel.\u00a0\u00a9BLB Vignobles<\/p><\/div>\n<h4>\u00dcber Qualit\u00e4ten und nachhaltige Konzepte &#8211; Interview mit Damien Michel<\/h4>\n<p>Schon vor einigen Jahren hat der Besitzer der <a href=\"https:\/\/www.montlobre.com\/\">Domaine Montlobre<\/a> seinem Kellermeister und \u00d6nologen Damien Michel mit auf den Weg gegeben: &#8222;Mache jeden Jahrgang zu einem noch genussvolleren Erlebnis und setze dich zugleich jedes Jahr mehr f\u00fcr eine bessere Welt ein.&#8220; Dieser Devise ist Damien seit seinen Anf\u00e4ngen bei Montlobre gefolgt, vor allem nat\u00fcrlich was den Wein anbelangt. Jeder Jahrgang wird vom Folgejahrgang \u00fcbertroffen. Und selbst bei wenig optimalen klimatischen Bedingungen gelingt es dem Experten, vollendete Weine in die Flasche zu bringen. In den letzten Jahren hat man sich nun auch verst\u00e4rkt dem Thema &#8222;Nachhaltigkeit&#8220; angenommen, wie und wo diese eine besondere Rolle spielt, erz\u00e4hlte Damien uns in einem Interview:<\/p>\n<p><strong>Red.: Bevor Covid-19 das bestimmende Thema unserer Gesellschaft und Politik war, waren wir auf einem guten Weg, Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu den Hauptthemen zu machen. Warum ist es Ihrer Meinung nach immer noch wichtig, dar\u00fcber zu sprechen?<\/strong><\/p>\n<p>Damien Michel: Es war kurz vor der Bl\u00fcte und wir waren gerade mit dem Beschnitt der Pflanzen besch\u00e4ftig, als die Covid-19-Krise \u00fcber uns hereingebrochen ist. Sie hat uns \u2013 wie nat\u00fcrlich viele andere auch \u2013 hart getroffen, aber unser Engagement f\u00fcr Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung hat uns dabei geholfen, den Kopf \u00fcber Wasser zu halten. Dank unserer engen Beziehung zu unseren Mitarbeitern und Partnern waren wir in der Lage, Risiken besser aufzufangen und unsere Produktion zu sichern. Meiner Meinung nach sollte sich jedes Weingut mit nachhaltiger Entwicklung auseinandersetzen. Denn uns hat dies massiv geholfen, diese Krise zu \u00fcberstehen. Nachhaltigkeit ist eine Philosophie und eine Denkweise, jede Wahl entsprechend ihrer sozialen, \u00f6kologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu treffen. Es geht darum, alles, was uns umgibt, positiv zu beeinflussen. Gerade in einer Zeit wie dieser, in der alles von Unsicherheit gepr\u00e4gt ist, m\u00fcssen wir versuchen, das Beste aus uns und unserer Arbeit herauszuholen \u2013 und das mit voller Energie und Leidenschaft.<\/p>\n<p><strong>Red.: Wie leben Sie Nachhaltigkeit in Ihrer t\u00e4glichen Arbeit? Und wie hat sich das im Laufe der Jahre ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Damien Michel: Sicherheit und Wohlergehen bestimmen meinen Arbeitsalltag, denn darauf achte ich f\u00fcr mich, aber noch mehr f\u00fcr mein Team. Wir sind ein Familienunternehmen von gerade einmal 10 Personen. Ich verbringe die meiste Zeit im Keller mit drei meiner Kollegen. Ein Keller ist ein rutschiger Ort, mit riesigen Tanks, Rohren und eigentlich geh\u00f6ren auch jede Menge Leitern dazu. Nicht bei uns. Ich habe sie alle entfernen lassen. Eine Leiter ist zwar der einfachste Weg oben an den Tank zu kommen, aber es ist nicht der sicherste. Das ist ein gro\u00dfer Unterschied zu dem, was wir vorher gemacht haben. Ich f\u00fchre Sicherheitsbesuche mit dem Qualit\u00e4tschef und anderen Kollegen durch, um Sicherheitsfragen zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu schauen, wie wir sie nachhaltig verbessern k\u00f6nnen. Bei Nachhaltigkeit geht es nicht immer nur um &#8222;gro\u00dfe&#8220; Aktionen. Nat\u00fcrlich haben wir auch diese vorgenommen, aber es geht auch um kleine Ver\u00e4nderungen, die einen Beitrag leisten k\u00f6nnen. Zum Beispiel haben wir das Gewicht unserer Flaschen um 100g reduziert. Diese kleine \u00c4nderung hat das Gewicht unsere Weinkartons ver\u00e4ndert und damit auch unseren CO2-Fu\u00dfabdruck: Die Reduktion ist vergleichbar mit dem CO2-Fu\u00dfabdruck eines Autos, das 500 000 km pro Jahr zur\u00fccklegt. Die \u00c4nderung ist klein, die Auswirkung gro\u00df. Und darum geht es: Wir schauen, welche Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen wir setzen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Die Verbesserungen m\u00fcssen messbar und langanhaltend sein. Es geht nicht einfach darum zu sagen: &#8222;Wir wollen unseren Wasserverbrauch reduzieren&#8220;. Uns ist es wichtig, ein objektives, quantitatives Ergebnis zu erzielen, mit einem messbaren Erfolg.<\/p>\n<div id=\"attachment_3761\" style=\"width: 860px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3761\" class=\"size-full wp-image-3761\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Et\u00e9-278.jpg\" alt=\"Vogelnest im Weingarten\" width=\"850\" height=\"567\" \/><p id=\"caption-attachment-3761\" class=\"wp-caption-text\">Biodiversit\u00e4t zeigt sich in einer Vielzahl verschiedener Pflanzen- und Tierarten in den Weing\u00e4rten der Domaine Montlobre. Hier arbeitet und lebt der Mensch mit der Natur!<\/p><\/div>\n<p><strong>Red.: Was bedeutet nachhaltiger Weinbau? <\/strong><\/p>\n<p>Damien Michel: Die Bedeutung der Nachhaltigkeit besteht darin, alle drei Ebenen zu ber\u00fccksichtigen: die soziale, die \u00f6kologische und die wirtschaftliche. Im Weinbau geht es vor allem darum, seine Umwelt gut zu kennen. So kann man Entscheidungen treffen, die der Natur und den Menschen, die im Weinberg arbeiten, helfen und nicht schaden. Der Besitzer der Domaine \u00a0Montlobre hat zum Beispiel einen botanischen Garten angelegt, um dem Team alle Pflanzenarten des Anwesens und der Umgebung n\u00e4her zu bringen. So erfahren wir mehr \u00fcber die Natur und, wie ihre Pflanzen und Tiere in den Weing\u00e4rten interagieren. Im Jahr 2018 haben wir unseren Stakeholder-Ausschuss gegr\u00fcndet: Er versammelt alle unsere Partner, Lieferanten und Kunden. In diesem Jahr haben wir daraus einen kleineren Ausschuss mit den einflussreichsten Stakeholdern formiert: Darunter sind \u00f6ffentliche Institutionen, Importeure wie Gottardi, Lieferanten von Weinbaumaterial, etc. Lisa Gottardi ist die Vertreterin der Weinclub-Importeure und hat zusammen mit allen \u00a0anderen Stakeholdern an einer Umfrage teilgenommen, die uns dabei geholfen hat, die Themen besser zu verstehen, die f\u00fcr die Menschen um uns herum in Bezug auf Kunden, Mitarbeiter, Unternehmensf\u00fchrung und Umwelt im Sinne der Nachhaltigkeit relevant sind. Wir haben f\u00fcr jede Kategorie eine Top3-Liste erstellt und uns dem Ausschuss gegen\u00fcber verpflichtet, f\u00fcr die Umsetzung dieser Themen einen\u00a0genauen Aktionsplan vorzulegen, um ihre Erwartungen zu erf\u00fcllen. Ein zentraler Punkt ist dabei, die biologische Vielfalt zu sch\u00fctzen und eine pflanzenschutzrechtliche Strategie gem\u00e4\u00df unseren hohen Umweltstandards umzusetzen. Auswirkungen sollen gemessen und \u00fcberwacht werden.<\/p>\n<p><strong>Red.: Welche neuen Ideen schaffen Sie f\u00fcr eine nachhaltige Welt?<\/strong><\/p>\n<p>Damien Michel: Wir arbeiten vor allem viel an unserer Verpackung. Die Idee ist: Sie lieben den Wein, aber lieben Sie auch die Flasche, in der er sich befindet? Nachhaltigkeit ist ein globaler Ansatz. Es geht nicht nur um den Wein selbst, sondern um alles, was ihn umgibt. Sie haben wahrscheinlich bemerkt, dass sich die meisten unserer Labels in den letzten Jahren ver\u00e4ndert haben. Vor zu haben wir die Vergoldungen entfernt &#8211; eine wirklich schreckliche Verschwendung edlen Materials &#8211; und die Etiketten auf recyceltem Papier gedruckt. Nat\u00fcrlich l\u00e4uft nicht immer alles glatt und man muss wieder umdenken und etwas Neues versuchen. Aber das ist das Sch\u00f6ne, wenn man sich als Unternehmen der sozialen Verantwortung verpflichtet: Wir m\u00fcssen uns immer verbessern und daf\u00fcr probieren wir verschiedene Dinge aus. Zum Beispiel haben wir versucht, die Vergoldungen durch metallisch gl\u00e4nzende Pantone-Farbe zu ersetzen. Aber diese ist vor allem auf den schwarzen Etiketten kaum sichtbar und nur schlecht zu lesen. So arbeiten wir also weiter an diesem Projekt, sehen uns mit unserem Drucker und Papierlieferanten neue Techniken an und versuchen gemeinsam, die nachhaltigste M\u00f6glichkeit zu finden.<br \/>\nNeben den umweltschonenderen Verpackungen wollen wir auch der Natur etwas zur\u00fcckgeben. Zum Beispiel haben wir vor kurzem 500 B\u00e4ume gepflanzt und ein eigenes Umweltmanagementprogramm erarbeitet, um jedem Flurst\u00fcck auf dem Anwesen eine Rolle zuzuweisen. Denn bei uns gibt es nicht nur Weing\u00e4rten. Wir haben Getreidefelder, Wiesen, W\u00e4lder und Fl\u00fcsse. Wir versuchen herauszufinden, wie diese einzelnen Komponenten am besten zueinander passen und im besten Fall miteinander interagieren. Eine Idee ist es auch, mehr Tiere auf das Anwesen zu bringen. Abgesehen davon, dass es super viel Spa\u00df machen w\u00fcrde, Schweine, Esel oder Schafe herumlaufen zu sehen, k\u00f6nnte man damit die Reben nat\u00fcrlich d\u00fcngen und zugleich w\u00e4ren die Parzellen perfekt gem\u00e4ht.<\/p>\n<div id=\"attachment_3759\" style=\"width: 860px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3759\" class=\"size-full wp-image-3759\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/DMJ_0789.jpg\" alt=\"Kellermeister Damien Michel von der Domaine Montlobre.\" width=\"850\" height=\"567\" \/><p id=\"caption-attachment-3759\" class=\"wp-caption-text\">Hat viele Ideen und Konzepte zum Thema &#8222;Nachhaltigkeit&#8220; schon umgesetzt: Montlobres Kellermeister Damien Michel.\u00a0\u00a9BLB Vignobles\/Gilbert Bages:\u00a0https:\/\/www.instagram.com\/drinkinmoderation<\/p><\/div>\n<p><strong>Red.: Welche Rolle wird Nachhaltigkeit f\u00fcr die Zukunft spielen? Und gibt es noch Dinge, die Sie f\u00fcr einen nachhaltigen Weinbau in Domaine Montlobre umsetzen werden?<\/strong><\/p>\n<p>Damien Michel: Wir m\u00f6chten, dass unsere Weine ebenso viele unvergessliche Momente des Genusses und Teilens bereiten, wie sie Gelegenheiten bieten, aktiv zu den sozialen und \u00f6kologischen Herausforderungen von heute und morgen beizutragen. M\u00f6gen unsere Mitarbeiter, unsere Nachbarn und &#8222;Weinliebhaber&#8220; stolze Zeugen und Profiteure unseres Handelns und Engagements sein. Heute besteht die nachhaltige Mission unserer Weine darin, aus einem Preis-Qualit\u00e4ts-Verh\u00e4ltnis ein Preis-Qualit\u00e4tEN-Verh\u00e4ltnis zu machen. Lassen Sie mich kurz erkl\u00e4ren, woran wir gerade arbeiten:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcber allem steht nat\u00fcrlich die GENUSS-Qualit\u00e4t: Zusammen mit meinen Winzerpartnern und Beratern arbeite ich Jahrgang f\u00fcr Jahrgang daran, die Qualit\u00e4t der Weine durch neue Techniken und einen optimierten Einsatz von Sulfit, Trockeneis und Hefe zu verbessern.<\/li>\n<li>Dann gibt es die SOZIALE Qualit\u00e4t: Wohlergehen und Inklusion machen einen gro\u00dfen Teil unserer Qualit\u00e4t aus. 70 % unserer Mitarbeiter glauben, dass Nachhaltigkeit ihrer Arbeit mehr Sinn gibt und sie damit etwas beitragen k\u00f6nnen, das \u00fcber die M\u00f6glichkeiten des Unternehmens hinausgeht. 80 % wissen die soziale F\u00fcrsorge zu sch\u00e4tzen und 100 % unserer Mitarbeiter erhalten einen Bonus, der an unsere Nachhaltigkeits-Indikatoren gekoppelt ist.<\/li>\n<li>UMWELT-Qualit\u00e4t: Im Weinbau geht es darum, mit der Natur Hand in Hand zu arbeiten. Wir m\u00fcssen einen positiven Einfluss hinterlassen und die Natur darf keinen Schaden nehmen. Weiters versuchen wir die biologische Vielfalt, Flora und Fauna betreffend, zu verbessern und unseren CO2-Fu\u00dfabdruck zu reduzieren.<\/li>\n<li>OPTISCHE Qualit\u00e4t: Uns geht es um ein \u00f6kologisch gutes und optisch sch\u00f6nes Design unserer Verpackungen. Sie sollen unsere Gesinnung und die landschaftliche Sch\u00f6nheit widerspiegeln und zugleich unseren Weinliebhabern ein sch\u00f6nes Erlebnis bieten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich habe das Gl\u00fcck, f\u00fcr die Domaine Montlobre zu arbeiten. Hier probieren wir Dinge aus und scheuen uns nicht davor, schwierige Themen anzugehen, Dinge aufzur\u00fctteln und den Kodex zu brechen: Wir sind genau dort, wo Tradition auf Nachhaltigkeit trifft!<\/p>\n<p><strong>Und das schmeckt man auch in Ihren Weine. Vielen herzlichen Dank, Damien Michel, f\u00fcr Ihre Zeit!<\/strong> ?<\/p>\n<p><em>Redaktion &amp; \u00dcbersetzung: Verena Noggler<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn aktuell nicht gerade Covid-19 unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Politik bestimmen w\u00fcrde, dann w\u00e4ren es wohl nach wie vor die Themen &#8222;Nachhaltigkeit, Umweltschutz und der sorgf\u00e4ltige Umgang mit unseren nat\u00fcrlichen Ressourcen&#8220;, die uns besonders besch\u00e4ftigen w\u00fcrden. 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