{"id":6827,"date":"2026-10-07T09:34:33","date_gmt":"2026-10-07T07:34:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.derweinblog.at\/?p=6827"},"modified":"2026-10-08T10:23:16","modified_gmt":"2026-10-08T08:23:16","slug":"argentinien-weinland-zwischen-anden-sonne-und-charakter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/argentinien-weinland-zwischen-anden-sonne-und-charakter\/","title":{"rendered":"Sardinien \u2013 Sonnenverw\u00f6hnt und sensationell"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"734\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/AdobeStock_320468757-1024x734.jpeg\" alt=\"Sardinien von oben\" class=\"wp-image-6849\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Eine wahre Sch\u00f6nheit: Sardinien ist ein beliebtes Urlaubsziel und obendrein auch ein wundervolles Weinparadies. Foto: Adobe Stock<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><strong>Wer bei Sardinien zuerst an Traumstr\u00e4nde und Beach-Partys in Porto Cervo denkt, hat die eigentliche Sensation der Insel verpasst: ihre Reben. Was die Weinwelt jahrzehntelang f\u00fcr einen spanischen Import hielt, entpuppt sich als 3000 Jahre altes Original \u2013 und die Insel selbst als geologisches Sammelsurium, das Winzern das Leben schwer und die Weine daf\u00fcr umso interessanter macht.<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sardinien liegt rund 190 Kilometer westlich des italienischen Festlands im Mittelmeer, nur 12 Kilometer von Korsika getrennt durch die Stra\u00dfe von Bonifacio, mit Tunesien im S\u00fcden. Als zweitgr\u00f6\u00dfte Insel des Mittelmeers sitzt sie eher am Rand Italiens als in seiner Mitte und ist somit geografisch wie auch kulturell ein Sonderfall. Fast 70 Prozent der Insel sind H\u00fcgelland, nur rund 18 Prozent Ebene und 13 Prozent Gebirge \u2013 f\u00fcr den Weinbau bedeutet das: viele kleine, eigenst\u00e4ndige Lagen statt eines homogenen Anbaugebiets.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Blick zur\u00fcck<\/h2>\n\n\n\n<p>Wie eigenst\u00e4ndig, zeigt ein Fund aus dem Jahr 2002: Bei der Nuraghe Arrubiu in Orroli entdeckte man verkohlte Traubenkerne, datiert auf 1200 v. Chr. Sie geh\u00f6ren zu Cannonau \u2013 jener Rebe, die lange als sardischer Ableger vom spanischen Grenache galt. Tats\u00e4chlich ist es umgekehrt: Cannonau wurde auf Sardinien geboren, wanderte \u00fcber Handelsrouten nach Spanien und Frankreich und wurde dort zu Garnacha beziehungsweise Grenache. Noch \u00e4lter ist eine Kelteranlage aus der mittleren Bronzezeit (15. Jh. v. Chr.) bei Monastir \u2013 die \u00e4lteste bekannte Rotwein-Presse im Mittelmeerraum. Ph\u00f6nizier brachten wenig sp\u00e4ter die Rebsorte Nuragus mit, Karthager bauten den Handel weiter aus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was die Insel kann<\/h2>\n\n\n\n<p>Heute stehen rund 26.700 Hektar Reben auf der Insel, knapp 4 Prozent der italienischen Rebfl\u00e4che. Cannonau dominiert mit 7.500 Hektar, dicht gefolgt von Vermentino (\u00fcber 5.000 Hektar), der wei\u00dfen Antwort der Insel. Dazu kommen Rarit\u00e4ten wie Carignano, Vernaccia di Oristano, Nuragus und Monica.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Norden um Gallura und Alghero ruht auf verwittertem Granit \u2013 sandig, mineralisch, ideal f\u00fcr strukturierten Vermentino. Hier liegt mit Vermentino di Gallura auch die einzige DOCG der Insel. Im S\u00fcden, im Sulcis, wachsen auf \u00fcber 90 Prozent sandigen B\u00f6den noch wurzelechte, nie gepfropfte Carignano-St\u00f6cke, 50 bis 120 Jahre alt \u2013 eine der letzten reblausfreien Zonen Europas. Klimatisch pr\u00e4gt der Maestrale die Insel, ein best\u00e4ndiger Nordwestwind: Er trocknet die Trauben, h\u00e4lt Pilzkrankheiten fern, zwingt aber zu niedrigen Erziehungsformen wie der traditionellen Alberello-Buscherziehung. Rund 300 Sonnentage, Sommertemperaturen \u00fcber 40 \u00b0C im S\u00fcdwesten und k\u00fchlere Lagen im Bergland der Barbagia sorgen f\u00fcr ein deutliches Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle in Frische und Kraft. Weil im Sommer kaum Regen f\u00e4llt, ist k\u00fcnstliche Bew\u00e4sserung vor allem im S\u00fcden inzwischen die Regel, nicht die Ausnahme.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/AdobeStock_1547735970-1024x683.jpeg\" alt=\"Prosciutto, Parmesan, Oliven und ein Glas Wei\u00dfwein\" class=\"wp-image-6851\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schmeckt nat\u00fcrlich nicht nur auf Sardinien: Prosciutto, Parmesan, gr\u00fcne Oliven und ein herrliches Glas Wei\u00dfwein. Foto: Adobe Stock <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Szene wird von wenigen, aber pr\u00e4genden Namen getragen: Sella &amp; Mosca bei Alghero, eine der gr\u00f6\u00dften und \u00e4ltesten Kellereien der Insel, die Genossenschaft Cantina di Santadi im Sulcis als Referenz f\u00fcr Carignano, der Familienbetrieb Argiolas (seit 1906, mittlerweile dritte Generation), Capichera als Vermentino-Ikone in Gallura und Tenute Dettori als biodynamischer Naturwein-Pionier.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sardinien auf einen Blick<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Lage:<\/strong> Mittelmeer, ca. 190 km westlich des italienischen Festlands, 2. gr\u00f6\u00dfte Insel des Mittelmeers<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fl\u00e4che: <\/strong>24.090 km\u00b2<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hauptstadt:<\/strong> Cagliari<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rebfl\u00e4che:<\/strong> ca. 26.700 ha (rund 4 % der italienischen Anbaufl\u00e4che)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Produktion:<\/strong> ca. 690.000 hl\/Jahr<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herkunftsbezeichnungen:<\/strong> 1 DOCG (Vermentino di Gallura), 17 DOC, 15 IGT<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leitrebsorten:<\/strong> Cannonau (rot, 7.500 ha), Vermentino (wei\u00df, &gt;5.000 ha)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B\u00f6den:<\/strong> Granit (Norden), Kalk, Ton, Sandstein, Sand (S\u00fcden\/Sulcis)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klima:<\/strong> mediterran, ca. 300 Sonnentage\/Jahr, gepr\u00e4gt vom Nordwestwind Maestrale<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Besonderheit:<\/strong> einige der \u00e4ltesten wurzelechten, reblausfreien Rebst\u00f6cke Europas (Sulcis)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/IM-SM-Vendemmia-Torbato-37-768x1024.jpg\" alt=\"Blick auf die Reben von Sella und Mosca in Sardinien.\" class=\"wp-image-6857\" style=\"aspect-ratio:16\/9;object-fit:cover\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">In den Weinbergen von Sella &amp; Mosca wird stets flei\u00dfig gearbeitet, um beste Qualit\u00e4t in die Flasche zu bekommen. Foto: Sella&amp;Mosca.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Sella e Mosca &#8211; Evviva la Sardegna<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Im Jahr 1899 entdeckten der Piemonteser Ingenieur Erminio Sella und der Anwalt Edgardo Mosca bei einem ihrer Jagdausfl\u00fcge im Nordwesten Sardiniens ein karges, steiniges Land bei Alghero. Sie sahen Potential und beschlossen zu bleiben. Mit blo\u00dfen H\u00e4nden befreiten die beiden hunderte Hektar Macchia von Felsbrocken, um Reben zu pflanzen. Ab 1903 wurde in Sella &amp; Mosca erstmals Wein gekeltert, im historischen Keller reifen die Rotweine bis heute in slawonischen F\u00e4ssern. Mit rund 540 Hektar Rebfl\u00e4che verteilt auf drei Lagen z\u00e4hlt das Gut inzwischen zu den gr\u00f6\u00dften Weing\u00fctern Europas \u2013 treu geblieben ist man dabei den autochthonen Sorten der Insel: Vermentino und Cannonau. Eine Treue, die sich vor allem f\u00fcr Wein-Enthusiasten in aller Welt bezahlt macht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Cala Reale Vermentino di Sardegna DOC 2025 |Sella &amp; Mosca, Alghero, Sardinien, Italien<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Nur die besten Vermentino-Trauben, gewonnen auf uralten, vom Meer gepr\u00e4gten B\u00f6den nahe Alghero, werden zum Cala Reale. Nach 12 Stunden Kaltmazeration bei 10 \u00b0C, sanfter Pressung und kalter statischer Kl\u00e4rung reift der Wein kurz in Stahltanks \u2013 ganz ohne biologischen S\u00e4ureabbau, um seine Frische zu bewahren. Im Glas zeigt sich ein sattes Strohgelb mit gr\u00fcnen Reflexen, in der Nase ein verf\u00fchrerisches Bouquet tropischer Fr\u00fcchte, mediterraner Macchia, Beeren und Kr\u00e4utern. Am Gaumen verschmelzen warme, reife Fruchtnoten mit einer \u00fcppigen, salzigen W\u00fcrze, die sich elegant durch den Wein zieht \u2013 der Abgang ist lang, mineralisch, frisch und w\u00fcrzig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verliebt in Vermentino \u2026<\/strong><br>\u201e\u2026 genie\u00dfen wir den Cala Reale ganz unkompliziert als Aperitivo zu Muscheln und Oliven. Am besten entfaltet er sich zu frischem Fisch und Meeresfr\u00fcchten und schmeckt zu Spaghetti alle vongole, zu einer Paella im sardisch-katalanischen Stil, wie man sie in Alghero kennt, oder zu gegrilltem Fisch vom Grill. Auch zu Fischtatar oder -carpaccio mit gebackenem Gem\u00fcse, hellem Fleisch und frischem Ziegen- oder Schafsk\u00e4se zeigt er sich als verl\u00e4sslicher Begleiter \u2013 und selbst zu leicht scharfer, orientalisch angehauchter K\u00fcche bietet er eine neue Genussdimension.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinshop\/cala-reale-vermentino-di-sardegna-doc-2025-5700525\">Jetzt den unglaublichen Vermentino kennenlernen<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Medeus Cannonau di Sardegna DOC 2024<\/strong> <strong>| Sella &amp; Mosca, Alghero, Sardinien, Italien<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Medeus \u00fcberzeugt durch Finesse statt Wucht. Er w\u00e4chst auf warmen, sandigen B\u00f6den unweit des Meeres, wo ihn stets der Grecale, der Nordostwind, umweht. Nach 15-t\u00e4giger Mazeration und G\u00e4rung zwischen 18 und 28 \u00b0C, samt biologischem S\u00e4ureabbau, reift er mehrere Monate in Stahltanks. Im Glas leuchtet er brillant rubinrot, in der Nase dominieren intensive Aromen von roter Konfit\u00fcre mit einem Hauch Balsamico, dazu blumige und fruchtige Nuancen sowie klassische mediterrane Kr\u00e4uternoten. Am Gaumen zeigt er sich frisch, w\u00fcrzig, mit feinen, weichen Tanninen \u2013 ein voller, robuster, warmer Wein mit sch\u00f6ner Balance, Frische und Tiefe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Cannonau kann\u2018s \u2026<\/strong><br>\u201e\u2026 vor allem an einem gem\u00fctlichen Herbstabend bei knisterndem Feuer \u2013 am liebsten in gro\u00dfer Runde, denn der Medeus ist ein Wein zum Teilen. Sein nat\u00fcrlicher Partner ist der Porceddu, das sardische Spanferkel vom Spie\u00df: Die zarten Tannine begleiten das w\u00fcrzige, rauchige Fleisch, ohne es zu \u00fcberdecken. Genauso gut passt er zu geschmortem Rind, zu Wild aus der Macchia oder zu einer deftigen Pastasauce mit Lamm. Und ein perfekt gereifter Pecorino Sardo, kr\u00e4ftig und salzig, findet in seiner Frucht und W\u00fcrze das perfekte Gegengewicht. Am besten bei rund 18 \u00b0C servieren, dann zeigt er sein volles Aroma.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinshop\/medeus-cannonau-di-sardegna-doc-2024-5700024\">Jetzt den \u00fcberzeugenden Medeus shoppen<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer bei Sardinien zuerst an Traumstr\u00e4nde und Beach-Partys in Porto Cervo denkt, hat die eigentliche Sensation der Insel verpasst: ihre Reben. 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