{"id":6834,"date":"2026-10-21T14:56:38","date_gmt":"2026-10-21T12:56:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.derweinblog.at\/?p=6834"},"modified":"2026-09-29T16:38:09","modified_gmt":"2026-09-29T14:38:09","slug":"weinkonsum-heute-aus-unserer-sicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/weinkonsum-heute-aus-unserer-sicht\/","title":{"rendered":"Weinkonsum heute und was wir dazu sagen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/AdobeStock_650701577-1024x683.jpeg\" alt=\"Menschen an einem Esstisch, die mit einem Glas Wein ansto\u00dfen\" class=\"wp-image-6850\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Immer weniger Menschen sto\u00dfen mit einem Glas Wein an und Zero ist &#8222;in&#8220; wie nie. Foto: Adobe Stock<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><strong><strong>Es ist l\u00e4ngst kein Geheimnis mehr, das man nur hinter vorgehaltenem Weinglas fl\u00fcstert: Wir trinken weniger. Gut, wir reden hier von Wein und nat\u00fcrlich nicht von Wasser. Aber als Weinh\u00e4ndler betrifft uns diese Tatsache direkt und in besonderem Ma\u00dfe, weshalb wir uns mit diesem aktuellen Thema auch in unserem Magazin befassen.<\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Weltweit sank der Weinkonsum 2025 auf 208 Millionen Hektoliter \u2013 ein historischer Tiefstand, ein Minus von 2,7 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Auch in \u00d6sterreich zeigt der Trend nach unten: Der Pro-Kopf-Konsum sank im Weinwirtschaftsjahr 2024\/25 auf 25,5 Liter, ein halber Liter weniger als im Vorjahr. Im Kalenderjahr 2025 fiel der Weinkonsum laut Landwirtschaftskammer sogar um 5,2 Prozent \u2013 Statistik Austria macht daf\u00fcr vor allem gestiegenes Gesundheitsbewusstsein und h\u00e4ufigere Verkehrskontrollen verantwortlich. Grund zur Panik? Nicht unbedingt \u2013 aber Grund genug, genauer hinzuschauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ursachen sind vielf\u00e4ltig, aber nicht r\u00e4tselhaft. Ein neues Gesundheitsbewusstsein, ver\u00e4ndertes Ausgehverhalten, die angespannte wirtschaftliche Lage und verschobene Priorit\u00e4ten \u2013 Sport statt Feierabendglas \u2013 spielen alle mit hinein. Bei der jungen Zielgruppe zeichnet eine aktuelle \u00d6WM-Studie allerdings ein differenzierteres Bild: 20- bis 35-J\u00e4hrige in \u00d6sterreich trinken zwar insgesamt weniger Alkohol, doch Wein bleibt mit Abstand ihr liebstes Getr\u00e4nk \u2013 67 Prozent greifen zumindest gelegentlich zum Glas, deutlich vor Bier (56 Prozent) und Cocktails (53 Prozent). 44 Prozent der jungen Weintrinkerinnen und Weintrinker tun das sogar mindestens einmal pro Woche, bei Gen Z noch etwas h\u00e4ufiger als bei den Millennials. Und satte 98 Prozent greifen zu \u00f6sterreichischem statt ausl\u00e4ndischem Wein. Die junge Generation trinkt also nicht weniger Wein, weil sie ihn nicht mag \u2013 sie trinkt insgesamt bewusster.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><\/blockquote>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Trotzdem hat Wein ein Imageproblem, mit dem sich die Branche auseinandersetzt: Er gilt vielen als kompliziert, mit Regeln und Etikette, die vor allem beim Einstieg abschrecken. Junge Konsumentinnen und Konsumenten trinken zudem lieber abwechslungsreich und erwarten, dass Wein \u201eready to drink\u201c ist \u2013 wer soll auch noch einen Keller zum Lagern haben, wenn schon die WG-K\u00fcche f\u00fcr den Wasserkocher zu klein ist? Die \u00d6sterreich Wein Marketing reagiert darauf: Seit Herbst 2025 richtet sich die neue Marke \u201erot weiss ros\u00e9\u201c gezielt an die 20- bis 35-J\u00e4hrigen, um diese Zielgruppe langfristig an den Wein zu binden.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel dazu w\u00e4chst ein Trend, dem man seine Berechtigung nicht absprechen kann: alkoholfreie und alkoholarme Alternativen. In \u00d6sterreich wuchs der Absatz von alkoholfreiem Schaumwein zuletzt um 36 Prozent, w\u00e4hrend der klassische Weinmarkt 2025 ein Absatzminus von 3,8 Prozent verzeichnete. Die \u00d6WM hat 2024 eigens technische Voraussetzungen in der Weindatenbank f\u00fcr \u201eNo &amp; Low\u201c-Weine geschaffen, damit Winzerinnen und Winzer diese k\u00fcnftig auch bei \u00d6WM-Veranstaltungen pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen; international k\u00f6nnte sich laut IWSR (International Wine and Spirits Research) der weltweite Umsatz mit alkoholfreiem Wein bis 2031 sogar mehr als verdoppeln. Trotzdem: Ein Nischenprodukt wird es bleiben, den \u201eechten\u201c Wein wird es nicht ersetzen. Nicht zuletzt, weil die Entalkoholisierung technisch aufwendig und keineswegs \u00fcberall erlaubt ist \u2013 der Wein muss f\u00fcr den Prozess oft weite Wege zur\u00fccklegen, was dem CO2-Fu\u00dfabdruck und der viel beschworenen Nachhaltigkeit einen ordentlichen Strich durch die Rechnung macht. Weniger Alkohol im Glas hei\u00dft eben nicht automatisch weniger Fu\u00dfabdruck auf der Erde.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/juergen_wielaender-683x1024.jpg\" alt=\"J\u00fcrgen Wiel\u00e4nder\" class=\"wp-image-6858 size-full\"\/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>&#8222;Wir bemerken den Trend j\u00fcngerer Generationen zu alkoholfreien oder -armen Weinen auch in der Vinothek. Ich pers\u00f6nlich finde, dass dieser Markt jedoch noch gro\u00dfes Entwicklungspotential hat. Vor allem der Geschmack alkoholfreier Weine \u00e4hnelt f\u00fcr mich noch keineswegs dem klassischer Weine. Am ehesten kommen kalt getrunkene und mit Kohlens\u00e4ure versetzte alkoholfreie Sekte den &#8222;originalen&#8220; geschmacklich nah.&#8220; J\u00fcrgen Wiel\u00e4nder, Diplomsommelier, Vinothek Gottardi<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Der Umkehrschluss aus alldem: Es wird zwar weniger, aber daf\u00fcr bewusster getrunken. High Quality Consciousness statt drei Kartons zu 15 Euro die Flasche \u2013 lieber eine Flasche, daf\u00fcr eine Qualit\u00e4tsstufe h\u00f6her und mit \u00dcberzeugung ausgesucht. Vorsicht ist trotzdem geboten: Ein h\u00f6herer Preis ist angesichts der Preissteigerungen der letzten Jahre l\u00e4ngst kein verl\u00e4sslicher Indikator mehr f\u00fcr h\u00f6here Qualit\u00e4t. Wer nur nach dem Etikett auf dem Preisschild geht, wird heute schneller entt\u00e4uscht als noch vor ein paar Jahren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.gottardi.at\/weinblog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Lisa-683x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6859 size-full\"\/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>&#8222;Es ist mir &#8211; wie auch schon den vier Generationen vor mir &#8211; eine Herzensangelegenheit, jeden Wein sowie die Winzer:innen dahinter pers\u00f6nlich zu kennen. Die jahrelangen erfolgreichen Partnerschaften sind es auch, die immer neue und exklusiv bei uns erh\u00e4ltliche Wein(projekte) erm\u00f6glichen. Das garantiert einen hohen Qualit\u00e4tsstandard f\u00fcr unser gesamtes Sortiment unabh\u00e4ngig vom Preis.&#8220; Elisabeth Gottardi, Weinexpertin und Gottardi-Gesch\u00e4ftsleiterin<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Und genau hier kommen wir ins Spiel: Seit Anbeginn setzen wir auf eine kuratierte Auswahl an Weinen und Winzerinnen und Winzern, die derselben Philosophie folgen wie wir \u2013 heute wie schon zu Zeiten unserer Vorfahren: Partnerschaft, Vertrauen, Qualit\u00e4ts- und Nachhaltigkeitsbewusstsein sind dabei keine Schlagworte, sondern Arbeitsgrundlage unserer Zusammenarbeit. Preise stehen dabei nie im Mittelpunkt, sondern unser Anspruch an den Wein \u2013 Geschmack, Preis-Leistung, Herkunftstypizit\u00e4t. Wir suchen nicht die lauteste Flasche im Regal, sondern jene, die zu dem steht, wof\u00fcr sie gemacht wurde. Weniger, aber richtig. Das war schon immer unsere Devise \u2013 jetzt liegt sie einfach im Trend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist l\u00e4ngst kein Geheimnis mehr, das man nur hinter vorgehaltenem Weinglas fl\u00fcstert: Wir trinken weniger. Gut, wir reden hier von Wein und nat\u00fcrlich nicht von Wasser. 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